Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Donec quam felis, ultricies nec, pellentesque eu, pretium quis, sem. Nulla consequat massa quis enim.
Eltern: Meijer Jacob de Vries (1816-18xx) und Ester Goldsmit (1819-?) Geschwister: Jacob (1846-1923), Betje (1850-1879), Sara (1853-1941), Sander (1855-1907) und Salomon (1857-1905). Partner: ab 30. Mai 1882 Sara Michel (1857-1939) Kinder: Sophie (1883-1942),Meyer (1884-1944), Emma (1885-1942), Elly (1887-1943) und Erna (1902-1944)
1882-1883 Steinstraße 24 1884-1884 Wasserstraße 23 1885-1885 Rottstraße 9 1886-1886 Steinstraße 6 1887-1887 An der Hohen Schule 23 1888-1888 unbekannt 1889-1889 An der Schule 21, Türkei 11 1890-1890 unbekannt 1891-1891 An der Hohen Schule 23 1892-1893 unbekannt 1894-1938 An der Hohen Schule (heute Parkplatz)
In der Pogrammnacht vom 9. auf den 10. Oktober 1938 gegen 3:30 Uhr wurde auch das Haus der Familie de Vries angegriffen. Die Ausschreitungen hörten auch am Morgen des 10. Novembers 1938 nicht auf. Ständig griffen Mitglieder der Hitlerjugend das Haus an, so dass der NSDAP-Ortsgruppenleiter Wagner sogar zu der skurillen Maßnahme griff und das Haus der Familie de Vries von SA-Männern bewachen ließ.
Geschockt von so viel Hass floh der 90-jährige Joseph de Vries am 11. November 1938 mit seiner 81-jährigen Frau in seine niederländische Heimat.
In der Pogrammnacht vom 9. auf den 10. Oktober 1938 gegen 3:30 Uhr wurde auch das Haus der Familie de Vries angegriffen. Die Ausschreitungen hörten auch am Morgen des 10. Novembers 1938 nicht auf. Ständig griffen Mitglieder der Hitlerjugend das Haus an, so dass der NSDAP-Ortsgruppenleiter Wagner sogar zu der skurillen Maßnahme griff und das Haus der Familie de Vries von SA-Männern bewachen ließ.
Geschockt von so viel Hass floh der 90-jährige Joseph de Vries am 11. November 1938 mit seiner 81-jährigen Frau in seine niederländische Heimat.
Da seine Frau, vermutlich durch die vergangenen Geschehnissen, bereits im Frühjahr 1939 verstarb, zog seine älteste Tochter zu ihm in die Niederlande. 1942 wurde Joseph de Vries in ein Altersheim gebracht, seine Tochter über Westerbork in das KZ Auschwitz deportiert. Joseph wurde am 23. Januar 1943 im Alter von 94 Jahren, ebenfalls in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Wenn er die eintägige Fahrt überstanden hatte, so wurde er am 24. Januar 1943 selektiert und in den Gaskammern ermordet.
Joseph de Vries wurde am 28. März 1848 im niederländischen Voorst bei Apeldoorn geboren. Er war das zweite von insgesamt sechs Kindern des Metzgers Meijer Jacobs de Vries und dessen Ehefrau Esther, geborene Goldsmit. Zu seinen Geschwistern gehörten die Brüder Jacob, Sander und Salomon sowie die Schwestern Betje und Sarah.
Vieles deutet darauf hin, dass die Verbindung eher durch einen Heiratsvermittler zustande kam und keine klassische Liebesheirat war. Dennoch erwies sich die Ehe als beständig: Joseph und Sara blieben 57 Jahre lang miteinander verbunden. Nach ihrer Hochzeit lebten Joseph und Sara de Vries zunächst im Haus von Saras Eltern. Die Familie Michel besaß neben ihrer kleinen Metzgerei an der Steinstraße auch ein größeres zweigeschossiges Wohnhaus am Wippert, das über den Hinterhof des Geschäfts erreichbar war. Dort wurde 1883 mit Sophie das erste Kind des Ehepaares geboren. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der jungen Familie waren jedoch bescheiden, sodass es ihnen zunächst schwerfiel, eine dauerhafte Unterkunft zu finden. Zwischen 1883 und 1894 musste die Familie insgesamt siebenmal den Wohnort wechseln. Besonders für Sara bedeuteten diese häufigen Umzüge eine große Belastung, zumal sie in dieser Zeit weitere Kinder zur Welt brachte: Meyer wurde 1884 geboren, Emma 1885 und Elly schließlich 1887.
Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Donec quam felis, ultricies nec, pellentesque eu, pretium quis, sem. Nulla consequat massa quis enim.
Erst nachdem Saras Vater im Jahr 1894 im Alter von 71 Jahren verstorben war und ihr ein Erbanteil zufiel, konnte sich die Familie de Vries ein eigenes Haus leisten. Mit dem Geld erwarben sie ein kleines einstöckiges Gebäude an der damaligen Schulstraße 20, nur wenige Schritte von der Hohen Schule entfernt. Dort wurde 1902 mit Erna das jüngste und letzte Kind der Familie geboren. Im Erdgeschoss des Hauses richtete Joseph de Vries einen kleinen Lebensmittelladen ein. Dort verkaufte er Gemüse, Obst, Fisch sowie die in Burgsteinfurt hergestellten Mazzen – das traditionelle ungesäuerte Brot der jüdischen Küche. Der Laden brachte allerdings nur geringe Einnahmen ein, weshalb Joseph zusätzlich mehrere Aufgaben innerhalb der jüdischen Gemeinde übernahm. Er arbeitete als Synagogendiener, war als Totengräber tätig und kontrollierte als Schaumer in der Mazzenfabrik Joseph Marcus an der Bahnhofstraße die koschere Herstellung der Backwaren. Den wichtigsten Teil seines Einkommens dürfte jedoch seine Tätigkeit als Schächter ausgemacht haben, für die er von den jüdischen Metzgern der Stadt eine feste jährliche Vergütung erhielt. Auch Sara trug zum Unterhalt der Familie bei, indem sie für eine Gronauer Mangel Wäschestücke annahm. Die zahlreichen religiösen Aufgaben Joseph de Vries’ spiegeln die tiefe Frömmigkeit der Familie wider.
Der Historiker Willi Feld schildert in seinem 2019 erschienenen Buch über Burgsteinfurt während der NS-Zeit das religiöse Leben der Familie ausführlich. Demnach hielt die Familie den Sabbat streng ein. Damit ihre christlichen Kunden dennoch einkaufen konnten, durften diese den Laden am Sabbat über einen Hintereingang betreten, die gewünschten Waren selbst entnehmen und das Geld auf die Ladentheke legen. Da gläubigen Juden am Sabbat viele Tätigkeiten untersagt waren – darunter auch das Kochen oder das Anzünden des Kamins –, hatte die Familie eine befreundete Nachbarin engagiert, die als sogenannte „Schabbes-Goj“ diese Arbeiten für sie übernahm.
Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Donec quam felis, ultricies nec, pellentesque eu, pretium quis, sem. Nulla consequat massa quis enim.
Zur goldenen Hochzeit am 30. April 1932 gratulierte das Burgsteinfurter Kreisblatt dem Ehepaar ausgiebig in einer Zeitungsannonce auf der Titelseite und hoffte, dass »... ihnen noch viele glückliche Jahre beschieden sein«. Auch Burgsteinfurts Bürgermeister Dr. Walter Schumann ließ sich nicht nehmen, dem Paar zu gratulieren:
Sehr geehrtes Jubelpaar! Soeben erfahre ich von Ihrer Goldenen Hochzeit, die Sie heute feiern dürfen und kann nun zu meinem großen Bedauern wegen außerordentlicher dienstlicher In- anspruchnahme (ich muss heute an vier Sitzungen teilnehmen) meine und der Stadtverwaltung Grüße nur schriftlich übermitteln. Ich nehme jedoch darum nicht weniger herzlichen Anteil an Ihrem Feste. Es ist sicher etwas ganz Besonderes, wenn Mann und Frau auf einen so weiten Zeitraum gemeinsam zurückblicken können. Von ganzen Herzen wün- sche ich Ihnen noch eine schöne Reihe von friedlichen und glücklichen Jahren ihrer so vorbildlich dauerhaften Ehe.[...]
(Siehe Willi Feld, 2019).
Die NS-Zeit war vor allem für die Familie de Vries sehr schwer. Die Einnahmen die der Laden abwarf, waren eh schon gering und gingen nun durch Boykotte immer weiter zurück. Einnahmen aus seiner Tätigkeit gingen auch weiter zurück: Die Tätigkeit des Schächters hatte er schon früh an seinen Schwager Isidor Meyer übergeben, die Tätigkeit als Schaumer war nach der Flucht der Familie Marcus nicht mehr notwendig.Und Personen die bei ihm einkauften wurden unter amderem von einem Lehrer der Mädchenschule quer gegenüber denunziert. Am 28. Mai 1938 zwang man Joseph der Vries unter der Androhung von Gewalt und oder Prozessen, seinen Betrieb zu schließen und abzumelden. Nur knapp 5 Monate später ereignete sich die Pogromnacht: Gegen 3:30 Uhr am 10. November wurde das Haus der Familie de Vries angegriffen. Man zerstörte die Inneneinrichtung zerschnitt Bettwäsche und warf diese auf die Straße. Kaum waren die Angriffe abgeflaut, griffen die Kinder der Hitlerjugend das Haus an. Die Angriffe nahmen kein Ende, so dass der Ortsgruppenleiter Wager sich zu dem ungewöhnlichen Schritt genötigt sah, SA-Männer das Haus der Familie bewachen zu lassen. Der Angriff auf das Haus eines Ausländers, und das war Joseph de Vries als Niederländer, hätte übrigens gar nicht sein dürfen. Doch die SA-Männer, angetrieben von SA-Sturmführer Schmidt und dem Kreisleiter Weber scherten sich darum nicht.
Von den Ereignissen geschockt floh das Paar noch am Folgetag, den 11. November 1938 mit einem Mietwagen in die Niederlande. Dort kam man bei Verwandten in Remkum unter. Sara de Vries verstarb bereits im März 1939, weshalb kurz darauf Josephs ältere Tochter Sophie zu ihm in die Niederlande zog und ihn pflegte. 1942 wurde Joseph de Vries in ein jüdisches Altersheim gebracht und am 23. Januar 1943 über Westerbork in das KZ Auschwitz deportiert. Wenn er die eintägige Fahrt überstanden hat, wurde er bei der ankunft selektiert und in den Gaskammern ermordet.